Definition Massivholzmöbel & Massivholz

Massivholz – Naturholz – Echtholz – Vollholz – furniert – teilmassiv – viele Begriffe werden verwendet. Ihre Bedeutung ist häufig unscharf. Demzufolge ist nicht jedes Möbel aus Holz, das auf dem Möbelmarkt angeboten wird, tatsächlich ein Massivholzstück.

Damit sich ein Möbelstück als massiv bezeichnen kann, müssen konkrete Anforderungen an das Holz erfüllt werden. Mit dieser Systematik befasst sich die Norm DIN 68871. Demnach muss ein Möbelstück massiv verarbeitet werden, um sich auch so nennen zu können.

Die Regelung besagt weiterhin, dass Massivholzmöbel in sämtlichen Teilen, außer Schubkastenböden und Rückwänden, aus massivem Holz und alle seine Teile aus einer angegebenen Holzart angefertigt werden müssen.

Kiefer massiv bedeutet somit, dass das jeweilige Möbelstück durchgehend aus massivem Kiefernholz besteht; Buche massiv weist darauf hin, dass ein Möbelstück nur aus massivem Buchenholz besteht; die Rückwand und Schubladen ausgenommen.

Nach der Definition Massivholzmöbel darf das Möbelstück nicht furniert sein.

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Schlafzimmermöbel im Landhausstil – Farbe: Antik weiß

In diesem Artikel:
1.   Definition Massivholzmöbel & Massivholz
2.   Auf die Verarbeitung des Holzes kommt es an
3.   Der Weg zu Leimholzplatte
4.   Das geheimnisvolle Knacken des Massivholzes
5.   Die Echtholz-Vollholz Problematik
6.   Naturholz
7.   Teilmassive Möbel
8.   Furnier oder Dekor? Das ist die Frage
9.   Möbel mit Folienbeschichtung
10. Massivholzmöbel richtig erkennen – Checkliste
11. Fazit

Auf die Verarbeitung des Holzes kommt es an

Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Holz? Ganz klar: Holz arbeitet immer! Der klassische Witz aus der Tischlerbranche beschreibt ziemlich genau, warum die Be- und Verarbeitung von massivem Holz besondere Fachkenntnis voraussetzt.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um Massivholzmöbel herzustellen:

  1. Aus natürlich gewachsenem Holz (massive Holzbretter, Dielenverarbeitung): Hier kommen ganze Holzstücke zum Einsatz, ohne dass das Holz zuvor in irgendeiner Form zusammengesetzt wurde
  2. Aus Massivholzplatten, auch Leimholzplatten genannt: zu Holzplatte geleimte Lamellen und Stäbe. Die fertige Leimholzplatte wird dann solo oder in Kombination mit massiven Holzstücken zu Mobiliar weiterverarbeitet.
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Esszimmermöbel im Landhausstil – Farbe: Alt weiß

Ein Möbelstück wird nur selten aus einem einzigen Stück Holz hergestellt. Warum?

  • Ein Baum erreicht selten die gewünschte Größe (in der Regel sind es 30 bis 60 cm Durchmesser) – dadurch ist es schwierig, ein großes Teil wie z.B. eine Tischplatte zu bauen.
  • Ein Baum/Holzstamm hat eine hohe Spannung in sich, die sich nach dem Fällen und Trocknen freisetzt. Die Folge sind Holzrisse und Dellen. Das Holz kann sich verziehen.
  • Holz ist Natur pur. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab (Quellen und Schwinden) – diese Eigenschaft wird durch die Verwendung von Leimholzplatten reduziert.

Der Weg zu Leimholzplatte

Der Baumstamm, also rohes nasses Holz, wird in einem Sägewerk zu Holzbrettern geschnitten. Die Holzbretter werden getrocknet. Der Feuchtigkeitsgehalt sinkt von 70% auf ca. 10%. Bei diesem Vorgang verliert das Holz sein Volumen, verbeult sich und reißt auch teilweise.

Die trockenen Holzbretter werden zu Lamellen in unterschiedlicher Größe aufgetrennt, vierseitig gehobelt und verleimt.

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Himmelbett in Eschenholz – Farbe: natur geölt

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Bevor die verschiedenen Holzlamellen verleimt werden, werden sie für jede Leimholzplatte nach Farbe und Struktur sortiert um die gewünschte Optik und eine harmonische Oberfläche der Massivholzplatten zu erhalten. Diese Sortierung geschieht meistens manuell.

Die häufigsten Methoden der Holzverarbeitung (Holzverleihmung) ist die Parkettverleihmung, Lamellenverleimung und Dielenverarbeitung.

Die Parkettverleimung wird auch keilgezinkte Verleimung genannt. Für diese Produktionsmethode werden kurze Holzlamellen verwendet, die mittels einer Keilzinkung und Leim zu einer Platte zusammengefügt werden. Die fertigen Platten sehen einem Parkettboden sehr ähnlich.

Die Lamellenverleimung wird auch Stabverleimung genannt. Bei dieser Verarbeitungsmethode werden Massivholzplatten aus durchgehenden Holzlamellen produziert. Eine Stückelung in der Länge findet bei dieser Variante nicht statt.

Die Dielenverarbeitung ist die dritte Methode zur Massivholz-Verarbeitung. Es wird hier auf eine Verleimung von einzelnen Holzteilen zu einer Platte völlig verzichtet. Hier wird vielmehr pro Massivholzplatte ein durchgehendes Stück Vollholz verwendet. Aufgrund der natürlichen Begrenzung von Stammdurchmesser und Stammlänge ist eine Dielenverarbeitung begrenzt möglich.

  1. Sorgfältige Trocknung und Lagerung des Schnittholzes
  2. Aufbereitung des Schnittholzes zu Holzbohlen
  3. Holzbohlen werden zu Brettern und Lamellen
  4. Verleimung von Holzbohlen, Brettern, Lamellen
  5. Oberflächenveredelung
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Kleiderschrank im modernen Stil – Farbe: Alt grau gebürstet

Entstanden ist eine rohe Leimholzplatte als Ausgangsprodukt. Anschließend folgt der Kalibrierschliff mit einer Schleifwalze, bei dem die Leimholzplatten auf eine bestimmte Dicke oder gleichmäßige Stärke geschliffen werden. Das fertige Produkt weist die benötigte Holzart, Stärke, Länge und gewünschte Qualitätssortierung auf. Sie können weiter „atmen“, wodurch eine hohe Lebensdauer der Möbel sichergestellt ist. Durch das passgenaue Verbauen der Holzelemente lässt sich die beständig gute Qualität optimieren. Dann ist es auch kein Problem, wenn es einmal zu Veränderungen der Luftfeuchtigkeit kommt. Gleichzeitig bleibt der natürliche Charakter der Holzmöbel erhalten.

Nach der Herstellung von Leimholzplatten beginnt die eigentliche Herstellung eines Möbelstückes.

Das geheimnisvolle Knacken des Massivholzes

Ob hell oder dunkel, weich oder hart, leicht oder stark gemasert – Holz ist eines der beliebtesten Einrichtungsmaterialien in Deutschland und bringt neben den äußeren auch spannende innere Eigenschaften mit.

Wir alle kennen das. Allein zu Hause, erschrickt man sich bei einem plötzlichen Knacken. Für die Angsthasen, kein Grund zur Panik. Es gibt für die unheimliche Knarren, Ächzen oder Knarzen eine ganz sachliche Erklärung. Eine häufige Ursache dafür ist Holz im Haus. Es ist ein sehr empfindlicher Naturstoff, der selbst nach der Verarbeitung zu Möbeln arbeitet. Es reagiert auf Umwelteinflüsse, Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Wenn sich das Holz ausdehnt oder verzieht, kann sich die entstandene Spannung in einem Geräusch lösen.

Kommode-Schrank-im-Landhausstil-Antrichte-Massivholz-Kiefer-antik-weiss-shabbychicstil

Ächzende und knarrende Möbel oder Treppen werden meistens mit älteren Häusern in Verbindung gebracht – jedoch kommt es immer wieder vor, dass auch erst kürzlich gebaute Treppen störende Geräusche von sich geben. Knarrendes Holz ist nicht unbedingt das „Problem“ von alten Möbeln, Treppen, Häusern. Da spielt das Alter keine Rolle. Es trifft aber zu, dass häufig das Phänomen bei älteren Möbeln, oder Stücken aus Hartholz auftritt. Bretter, welche aus dem äußeren Teil des Stammes stammen, verziehen sich auch eher, als Bretter aus dem Kern.

Temperatur- und Luftschwankungen verursachen natürliche Reaktionen des Holzes. Kommt es zum Knacken der Massivholzmöbel, ist dies auf die natürliche Eigenschaft des Holzes, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen, zurückzuführen. Mit anderen Worten, das Knackgeräusch kommt aufgrund einer Verformung des Holzes, das Feuchtigkeit aufgenommen hat.

Holz ist ja ein lebendes Material, auch lange nachdem der Baum gefällt wurde. Es trägt noch Leben und Energie in sich. Und obwohl knarrendes Holz auf Böden oder Treppen oft als heimelig empfunden wird – für viele macht dieses Geräusch die Atmosphäre in einem älteren Haus aus. Nicht zuletzt deshalb ist Holz seit Jahrzehnten eines der beliebtesten und verbreitetsten Materialien in deutschen Wohnräumen.

Die Echtholz-Vollholz Problematik

Immer wieder werden Möbel als „Echtholz“ oder „Vollholz“ beworben. Was ist denn da der Unterschied?

Der Begriff Echtholz assoziiert zunächst eine hochwertige Holzqualität, besagt aber nicht mehr als: das Möbel wurde nicht aus Kunststoff, Metall oder anderen Werkstoffen angefertigt, sondern aus Werkstoffen, die aus echtem Holz hergestellt wurden – in welcher Form auch immer. Als Echtholz wird also jedes Material bezeichnet, das seinen Ursprung in echtem Holz hat. Das kann Massivholz sein wie auch so genannte Holz-Werkstoffe wie Sperrholz, Leimholz, Schichtholz sowie Faser- und Spanholzwerkstoffe wie Spanplatten, Hartfaserplatten, MDF- oder HDF-Platten. Der Begriff “echtes Holz” ist jedoch weit dehnbar, nicht wie die feste Definition Massivholzmöbel.

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Buffetschrank im Landhausstil – Farbe: Weiß

Beispiel 1: Ein Echtholz-Balken kann aus minderwertigen Holz wie Spannplatten, Faserplatten oder Sperrholz bestehen.

Beispiel 2: Eine dünne Schicht Massivholz wird auf günstige Holzprodukte geklebt. „Echtholz Esche“ bedeutet dann, dass ein Möbelstück aus Faserholz besteht und nur die verleimte Oberfläche den Eindruck erweckt, das Möbel sei aus massiver Esche.

Beispiel 3: Echtholz-Furnier – eine Schicht aus echtem Holz wird auf einer beliebigen Basis (z.B. Span- oder Faserplatten) aufgetragen, anstelle z.B. einer Furnier-Nachbildung aus Kunststoff.

Beispiel 4: Oftmals wird eine Küche aus Furnier und Spanplatten in der Industrie als Echtholz-Küche verkauft. Weitaus hochwertiger als Echtholzküchen sind Küchen aus Voll- oder Massivholz.

Vollholz ist die natürlichste Form von Holz. Viele Einrichter sagen zu Massivholz auch einfach Vollholz. Das stimmt nicht so ganz.

Vollholz ist die Bezeichnung für Holzstücke, die direkt aus dem Holzstamm gesägt werden. Diese nennt man Schnittholz, Blockware der Bretter. Zur Verarbeitung in Möbel müssen diese von einem Schreiner in vielfältiger Weise bearbeitet werden.

Für Möbel werden nur besonders hochwertige Holzstücke verwendet, die keine Mängel aufweisen wie:

  • Einschlüsse
  • Astlöcher
  • Risse

Nach der Trocknung werden diese Bretter in kleinere gleichmäßige Elemente gesägt, gehobelt und so wieder zusammen gesetzt, dass ein Verziehen oder reisen verhindert wird und trotzdem ein harmonisches Erscheinungsbild der Maserung entsteht. Die so sortierten Streifen werden dann zu Platten oder Tafeln verleimt, auf Größe geschnitten und auf Dicke geschliffen.

Bei den meisten Massivholzmöbeln wird in der Herstellung oftmals eine Kombination aus Massivholz und Vollholz eingesetzt. Die Grenzen sind hier deshalb fließend.

Naturholz

Der Begriff Naturholz ist völlig schwammig. Es ist ein reines Marketing-Wort. Oft werden Naturholz-Möbel angepriesen oder Accessoires aus Naturholz. Das klingt wertiger als „Accessoires als Holz“. Bei vielen Anbietern steht Naturholz als Synonym für Massivholz. Im Gegensatz zur Definition Massivholzmöbel ist Naturholz in keiner Weise geregelt oder geschützt.

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Vitrine im Landhausstil mit Beleuchtung

Holz-Vitrine-mit-Beleuchtung-Kiefer-massiv-Naturwachs-natur-gewachst-geoltTeilmassive Möbel

Massivholzmöbel, auch als Vollholzmöbel bezeichnet, sind durch und durch aus echtem Holz. Das Pendant – teilmassive Möbel – ist eine Kombination aus massivem Holz und anderen Holzwerkstoffen.

Sehr häufig werden bei Möbelstücken mit der Bezeichnung „teilmassiv“ die wichtigsten Elemente, tragende Teile oder Fronten, die dem Betrachter sofort ins Auge fallen in Massivholz gefertigt. Andere und somit weniger wichtige Elemente, wie vielleicht Schubladenteile oder Rückwände werden dann in anderen Holzwerkstoffen wie im MDF oder Nachbildung gefertigt. Wie der Name sagt, sind hier nur einige Möbelteile massiv.

Furnier oder Dekor? Das ist die Frage

Nicht alles, was nach Holz aussieht, stammt auch aus dem Wald. Das muss eigentlich nicht extra betont werden, so lange man nicht eine Dekorplatte anstelle von natürlichem Furnier auf den Möbeln kauft. Doch welche Unterschiede – ganz abgesehen vom verwendeten Material – gibt es zwischen den beiden Varianten?

Furniere sind sehr dünne Holzblätter, die auf ein Trägermaterial geklebt werden.

Die Idee von Furnier ist es, weniger wertvolles Holz oder Holzwerkstoffe optisch aufzuwerten, indem man auf den Oberflächen eine dünne Schicht hochwertiger Holzblätter verklebt. Diese Veredelungstechnik ist uralt. Die alten Ägypter kannte sie schon vor 5.000 Jahren. In Europa wurde Furnier ab dem späten Mittelalter immer beliebter.

Furnier hat einen etwas billigen Beigeschmack – zu Unrecht. Furnier ist nicht gleich schlecht. Es hat nur als Möbelstück eine andere Qualität.

Vorteile von Furnieren:

  • Formstabiler als Massivholzmöbel, das Verziehen oder Reißen entfallen
  • Gleichmäßige Oberfläche
  • Nachhaltig, da nur hauchdünne Holzschnitte verwendet werden

Nachteile von Furnieren:

  • Durch das dünne Material sind furnierte Oberflächen empfindlicher bei Stößen und Kratzern.
  • Bei tiefergehenden Kratzern und Beschädigungen schwierig bis unmöglich zu reparieren, denn es kann nicht so oft wie Massivholz nachgeschliffen und aufbereitet werden.
  • Der Verbraucher weiß nie ganz genau weiß, was hinter dem Furnier steckt: Weichmacher, Spanplatte, etc.

Tatsächlich macht das Trägermaterial – also das, was sich unter der Oberfläche abspielt – bei furnierten Möbeln den entscheidenden Unterschied:

  • Am preisgünstigsten sind Spanplatten.
  • Qualitativ besser sind MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten). Sie sind formstabiler und haben eine glattere Oberfläche, die gut lackiert werden kann.
  • Furniersperrholz (wie Multiplex) oder Stabsperrholz (Tischlerplatten) sind Holzblätter oder Stäbe, die so verleimt werden, dass sie sehr formstabil sind. Sie kommen im qualitativ hochwertigen Möbelbau zum Einsatz.
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Küchenbuffet im Industriedesign – Metallrahmen und Holz

Dekore besteht in der Regel aus einem Kunstharz oder oberflächenbehandelten Kunstharz, das – ganz ähnlich wie Furnier – auf ein Trägermaterial aufgetragen wird.

Vorteile von Dekoren:

  • Wasserfest und unempfindlich gegen einige chemische Verbindungen
  • Beständig gegen besonders hohe und niedrige Temperaturen
  • Weniger empfindlich gegen mechanische Einwirkungen wie Kratzer oder Abrieb.

Nachteile von Dekoren:

  • Da fossiler Rohstoff, nicht biologisch abbaubar

Sieht aus wie Holz und fühlt sich auch so an – wer sich zum ersten Mal mit den tollen Strukturen der beschichteten Spanplatten befasst, ist oft überrascht, wie täuschend echt die Nachbildungen von Kiefer oder Birke aussehen können. Furnier- und Dekorplatten unterscheiden sich optisch nur gering voneinander, vor allem wenn von Holz-Optik oder Furnier-Optik die Rede ist. Neben Nachbildungen von Holz sind auch Platten mit einer Beschichtung, die Marmor oder Stein, Metall oder Granit imitiert, besonders gefragte und hoch anmutende Dekorationsplatten. Aber auch Platten in ausgefallenen Farben sind ebenso wie die Klassiker in Weiß und Grau tolle Werkstoffe, mit denen sich daheim, im Garten- oder Ferienhaus, im Hobbyraum oder Keller und natürlich am Arbeitsplatz unendlich viel gestalten und verschönern lässt.

Ein genauer Blick auf das jeweilige Material lohnt sich allemal, zum Beispiel auf die Poren des Furniers. Sind diese gleichmäßig verteilt, oder nicht vorhanden, handelt es sich wahrscheinlich um Dekor. Außerdem ist die Lichtreflexion bei Kunststoffen gleichmäßiger und, beziehungsweise gar nicht vorhanden.

Möbel mit Folienbeschichtung

„Vitrine in Eichendekor“ oder „ in Kiefernholzoptik“ – an solchen Möbeln ist meist kein Stück Eiche oder Kiefer verarbeitet. Die Optik entsteht durch eine aufgeklebte Folie in Holzoptik, oft sogar mit eingeprägter Holzstruktur.

Die Imitate sind heute so gut, dass sie sich schwer von einem Möbel mit Echtholzfurnier unterscheiden lassen. Wer aufmerksam über die Oberfläche streicht, spürt meist den Unterschied. Folienmöbel fühlen sich auch glatter an.

Massivholzmöbel richtig erkennen – Checkliste

Es gibt ein paar Möglichkeiten, ein Möbelstück unter den Aspekten seiner massiven Eigenschaften untersuchen zu können.

Allein beim Preis kann man schon ein wenig erkennen, um was für ein Möbelstück es sich handelt. Dass Massivmöbel auch die Industrie nicht zu einem super Sparpreis verkaufen kann, sollte jedem klar sein.

Möbel aus massivem Holz sind aus reinem Holz. Spannplatten, Sperrholz, mitteldichte Faserplatten (MDF) oder ähnliches sind bei Massivholzmöbeln tabu.

Das Möbelstück ist innendrin nicht hohl sondern voll Holz.

Zudem ist es echtes Holz und nicht nur aufgeklebt oder angemalt.

Bei den Fronten des jeweiligen Möbelstückes kann man die Bänder rausschrauben und schauen, was in den Bohrlöchern zu sehen ist. Bohrlöcher aller Art, von Griffen, Reihenlöchern oder Topfbändern, sind immer ein guter Kontrollmechanismus bei Möbeln.

Fazit – Definition Massivholzmöbel

Massivholz-Bauelemente für Möbel müssen nicht aus einem einzelnen, zusammenhängenden Stück Holz stammen, um als solche benannt werden zu dürfen. Ganz im Gegenteil: Schrankwände, Türen, Regalböden und vor allem Tischplatten bestehen in der Regel aus so genanntem „Leim-Holz“, „Leimholz-Brettern“ oder „Leimholz-Platten“.

Wie so oft, ist es aber leider in der Praxis für den Laien meist gar nicht so einfach, „Echtes“ vom „Falschen“ zu unterscheiden.

Tipp: Gut beraten ist, wer beim Möbelkauf gezielt danach fragt und sich selbst nach der Definition Massivholzmöbel erkundigt.

Last but not least: Wer Holz – ob als Möbelstück, Bodenbelag oder ähnliches – in die eigenen vier Wände integrieren möchte, sollte darauf achten, dass es aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt, um der industriellen Massenabholzung entgegenzuwirken. Dies gilt für heimisches Holz wie Tropenhölzer.

Holzprodukte, die zum Beispiel mit dem PEFC- oder FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) oder versehen sind, kann man bedenkenlos kaufen. Das FSC setzt sich weltweit für eine umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern ein. PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen.