Definition Massivholzmöbel

Massivholz Definition Norm DIN 68871

Definition Massivholzmöbel & Massivholz

Nicht jedes Möbel aus Holz, das auf dem Möbelmarkt angeboten wird, ist tatsächlich ein Massivholzstück. Damit sich ein Möbelstück als massiv bezeichnen kann, müssen konkrete Anforderungen an das Holz erfüllt werden. Mit dieser Systematik befasst sich die Norm DIN 68871. Demnach muss ein Möbelstück massiv verarbeitet werden, um sich auch so nennen zu können. Die Regelung besagt weiterhin, dass Massivholzmöbel in sämtlichen Teilen, außer Schubkastenböden und Rückwänden, aus massivem Holz und alle seine Teile aus einer angegebenen Holzart angefertigt werden müssen. Kiefer massiv bedeutet somit, dass das jeweilige Möbelstück durchgehend aus massivem Kiefernholz besteht; Buche massiv weist darauf hin, dass ein Möbelstück nur aus massivem Buchenholz besteht; die Rückwand und Schubladen ausgenommen. Das Möbelstück darf nicht furniert sein.

In diesem Artikel:

Leimholzplatten – traditionelle Handarbeit Grundlage für Massivholzmöbel

Das Ausgangsprodukt eines jeden Herstellers von Massivholzmöbeln ist das Schnittholz. Nach einer langen Phase der Lagerung und sorgfältigen Trocknung wird es zu Holzbohlen verarbeitet. Bohle ist die Bezeichnung für ein Stück Schnittholz mit einer gewissen Mindeststärke und ausgeprägter Breite. Das ist ein sehr starkes Holzbrett. Je nach dem weiteren Verwendungszweck können aus Holzbohlen kleinere Elemente wie Bretter oder Lamellen geschnitten werden. Die Holzbohlen, Bretter bzw. Lamellen gleichen Querschnitts, gleicher Länge und gleicher Holzart werden so einander geleimt, dass sich ihre Bewegungen ausgleichen, das Verziehen weitgehend vermieden wird und die fertige Leimholzplatte gerade bleibt. Die Verleimung von Lamellen erfolgt meist versetzt, die Bohlen werden in der Regel nebeneinander verleimt. Die Leimholzplatte kann weiter atmen. In einem weiteren Schritt erfolgen der Zuschnitt und die Oberflächenveredelung.

  1. Sorgfältige Trocknung und Lagerung des Schnittholzes
  2. Aufbereitung des Schnittholzes zu Holzbohlen
  3. Holzbohlen werden zu Brettern und Lamellen
  4. Verleimung von Holzbohlen, Brettern, Lamellen
  5. Oberflächenveredelung

Die einzelnen Elemente werden Splint zu Splint und Herz zu Herz zu Leimholzplatten verleimt. Sie werden so zusammengestellt, dass der Wuchs des Baumes und die Schnittrichtung des Schnittholzes berücksichtigt werden. Naturbedingte Abweichungen in Farbe und Holzstruktur können bedingt durch den Wuchs des Baumes und die Schnittrichtung zum Vorschein kommen. Ein solcher Aufbau von Leimholzplatten kommt dem gewachsenen Holz sehr nahe.

Auf die Verarbeitung des Holzes kommt es an

Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Holz? Ganz klar: Holz arbeitet immer! Der klassische Witz aus der Tischlerbranche beschreibt aber ziemlich genau, warum die Be- und Verarbeitung von massivem Holz besondere Fachkenntnis voraussetzt. Holz arbeitet eben, und damit besteht auch die Gefahr des „Verziehens“, nicht nur bei massiven Holzböden, sondern auch bei Möbelstücken. Früher löste man das Problem, indem man Holz zum Austrocknen „ablagerte“. Heute wird schonend künstlich getrocknet, doch das setzt einiges an Know- how voraus. So verfügen z.B. führende Massivholzmöbelhersteller über spezielle Klimakammern, die eine optimale Feuchtigkeitsregulierung garantieren sollen. Die Kunst, die natürlichen Eigenschaften des Holzes beizubehalten, ohne dass es zu Rissen kommt, ist eines der ganz entscheidenden Qualitätsmerkmale eines guten Massivholzmöbels.

Möbel aus Massivholz – das ist Natur pur. Aufgrund der holzeigenen Haptik und Optik jeder Holzart sowie einer Reihe weiterer natürlicher Eigenschaften wie Maserung, Verwachsungen, Haarrisse und Äste gleicht kein massives Möbelstück dem anderen. Hierzu zählten auch unterschiedliche Farbtöne in den einzelnen Holzlamellen und Holzbohlen, die mal heller mal dunkler ausfallen können.

Das geheimnisvolle Knacken der Massivholzmöbel

Temperatur- und Luftschwankungen verursachen natürliche Reaktionen des Holzes. Kommt es zum Knacken der Massivholzmöbel, ist dies auf die natürliche Eigenschaft des Holzes, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen, zurückzuführen. Das Knackgeräusch kommt aufgrund einer Verformung des Holzes, das Feuchtigkeit aufgenommen hat.

Massivholzmöbel richtig erkennen

Es gibt ein paar Möglichkeiten, ein Möbelstück unter den Aspekten seiner massiven Eigenschaften untersuchen zu können.

Allein beim Preis kann man schon ein wenig erkennen, um was für ein Möbelstück es sich handelt.

Möbel aus massivem Holz sind aus reinem Holz. Spannplatten, Sperrholz, mitteldichte Faserplatten (MDF) oder ähnliches sind bei Massivholzmöbeln tabu. Das Möbelstück ist innendrin nicht hohl sondern voll Holz. Zudem ist es echtes Holz und nicht nur aufgeklebt oder angemalt. Dass ein Massivmöbel auch die Industrie nicht zu einem super Sparpreis verkaufen kann, sollte jedem klar sein.

Bei den Fronten des jeweiligen Möbelstückes kann man die Bänder rausschrauben und schauen, was in den Bohrlöchern zu sehen ist. Bohrlöcher aller Art, von Griffen, Reihenlöchern oder Topfbändern, sind immer ein guter Kontrollmechanismus bei Möbeln.

Die Echtholz-Vollholz Problematik

In Möbelkatalogen oder direkt in Möbelhäusern werden auch Möbel als „Echtholz“ oder „Vollholz“ beworben. Was ist denn da der Unterschied? Ist das eine ein Furnier, oder ist das ein und dasselbe?

Vollholz ist auch Echtholz, aber nicht immer andersrum. Möbel können Echtholz furniert sein. Das ist dann kein Vollholz, sondern Spanplatten mit Echtholz furniert. Man erkennt das an den Kanten. Bei Vollholz läuft die Maserung durch, bei Furnierholz, Sperrholz oder MDF (furniert) sind die Kanten anders.

Beim Massivholzmöbel muss irgendwo am guten Stück das sogenannte „Hirnholz“ zu sehen sein. Holzfasern sind beim Baum länglich geformt und wachsen von unten nach oben. Wenn daher ein Stück Massivholz quer abgesägt wird, so werden dort die Jahresringe sichtbar – das „Hirnholz“. Zwar gibt es auch beim Furnier „Hirnholz“ zu sehen, aber die Dicke macht es aus. Beim Furnier ist das Hirnholz durchschnittlich nur etwa 0,6 mm dick, beim Massivholz dagegen ist die gesamte Plattenstärke als Hirnholz erkennbar.

Ähnlich verhält es sich mit Aussagen wie Massivholzfurnier. Das führt nur in die Irre und hat mit Massivholzmöbeln kaum etwas gemeinsam.

Viele Möbel werden als teilmassiv angeboten. Dabei sind meistens die Fronten massiv und der Rest ist furniert, oder aber sogar Kunststoffbeschichtet.

Fazit

Wie so oft ist es aber leider in der Praxis für den Laien meist gar nicht so einfach, „Echtes“ vom „Falschen“ zu unterscheiden. Tipp: Gut beraten ist, wer beim Möbelkauf im Geschäft gezielt danach fragt und sich selbst nach der Definition Massivholzmöbel erkundigt.

 

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